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Die betriebliche Altersvorsorge Arbeitgeber Pflicht ist seit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz von 2018 kein "nice to have" mehr — sie ist gesetzliche Pflicht. Jeder Arbeitnehmer hat das Recht auf Entgeltumwandlung Arbeitgeber, und du als Arbeitgeber musst dazu einen bAV Arbeitgeberzuschuss 15 Prozent auf die eingesparte Sozialversicherung leisten. Klingt nach reiner Pflichterfüllung? Ist es nicht. Denn die bAV ist auch für dich als Chef ein handfester Steuervorteil — und eines der wirksamsten Instrumente zur bAV Mitarbeiterbindung.

In diesem Artikel erkläre ich dir die bAV-Pflichten, die 5 bAV Durchführungswege, wie du den Arbeitgeberzuschuss berechnen kannst und warum die bAV auch für bAV GmbH Geschäftsführer ein starker Hebel ist.

bAV-Pflicht 2026: Was du als Arbeitgeber wissen musst

Seit dem 1. Januar 2019 gilt: Wenn ein Arbeitnehmer Entgeltumwandlung für die betriebliche Altersvorsorge verlangt, musst du das ermöglichen — und einen Zuschuss zahlen. Die betriebliche Altersvorsorge Arbeitgeber Pflicht umfasst zwei Kernpunkte:

1. Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung

Jeder Arbeitnehmer kann verlangen, dass ein Teil seines Bruttogehalts in einen bAV-Vertrag fließt (Entgeltumwandlung Arbeitgeber). Du darfst das nicht ablehnen. Du darfst aber den Durchführungsweg und den Versorgungsträger bestimmen — was sinnvoll ist, damit du nicht 15 verschiedene Verträge bei 15 verschiedenen Anbietern verwalten musst.

2. Pflichtzuschuss von 15 %

Wenn der Arbeitnehmer per Entgeltumwandlung in die bAV einzahlt, musst du als Arbeitgeber einen Zuschuss von mindestens 15 % des umgewandelten Betrags leisten — soweit du Sozialversicherungsbeiträge einsparst. Diese Bedingung ist bei Gehältern unter der Beitragsbemessungsgrenze praktisch immer erfüllt.

Rechenbeispiel: Ein Mitarbeiter wandelt 200 Euro/Monat um. Dein Pflichtzuschuss: 15 % von 200 = 30 Euro/Monat. Deine SV-Ersparnis durch die Entgeltumwandlung: ca. 20 % von 200 = 40 Euro. Du sparst also netto sogar 10 Euro/Monat — und erfüllst gleichzeitig deine Pflicht.

Die bAV-Pflicht klingt teuer, ist es aber nicht. Durch die SV-Ersparnis auf den umgewandelten Betrag finanziert sich der 15-%-Zuschuss praktisch selbst — oft bleibt sogar etwas übrig.

bAV Tarifvertrag: Sonderregeln

In tarifgebundenen Betrieben können abweichende Regelungen gelten. Manche Tarifvertragsregelungen zur bAV sehen höhere Arbeitgeberzuschüsse vor oder schreiben bestimmte Durchführungswege vor. Prüfe deinen Tarifvertrag, bevor du die bAV einrichtest.

Die 5 Durchführungswege: Welcher passt?

Die bAV Durchführungswege sind die verschiedenen vertraglichen Konstruktionen, über die die bAV abgewickelt werden kann. Für kleine Unternehmen sind vor allem drei dieser Wege relevant:

1. Direktversicherung Arbeitgeber

Die Direktversicherung Arbeitgeber ist der häufigste Durchführungsweg und für kleine Unternehmen ideal. Du schließt als Arbeitgeber eine Lebensversicherung auf das Leben deines Mitarbeiters ab. Die Beiträge zahlt der Mitarbeiter (per Entgeltumwandlung) und/oder du als Arbeitgeber. Steuerlich sind Beiträge bis zum bAV steuerfreier Höchstbeitrag von bAV-Freibetrag 2026 von 8.112 Euro pro Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei (4 % der BBG RV 2026 + 2.544 Euro Zusatzbeitrag nach §3 Nr. 63 EStG).

Vorteile: Einfach, kein Bilanzierungsaufwand für dich, bAV Portabilität bei Arbeitgeberwechsel gegeben, externe Risikotragung durch den Versicherer.

Nachteile: Kapitalgarantien in Zeiten niedriger Zinsen führen zu niedrigen Renditen. Die Kosten der Versicherung fressen einen Teil der Beiträge.

2. Pensionskasse

Die Pensionskasse funktioniert ähnlich wie die Direktversicherung, ist aber als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit organisiert. Steuerlich identisch behandelt. In der Praxis oft bei größeren Unternehmen oder in bestimmten Branchen verbreitet.

3. Pensionsfonds

Der Pensionsfonds ist flexibler als die Direktversicherung und Pensionskasse: Er darf Beiträge freier anlegen (z.B. höherer Aktienanteil). Das Renditepotenzial ist höher, aber auch das Risiko. Die Beiträge sind ebenfalls bis zum bAV-Freibetrag 2026 von 8.112 Euro steuerfrei. bAV Haftung Arbeitgeber: Bei einem Pensionsfonds haftest du als Arbeitgeber subsidiär, falls der Fonds die Leistungen nicht erbringen kann (Einstandspflicht). Absicherung: Der Pensionssicherungsverein (PSVaG) springt im Insolvenzfall ein.

4. Unterstützungskasse

Die Unterstützungskasse ist ein eigenständiges Versorgungswerk. Sie hat keine betragsmäßige Begrenzung für steuerfreie Beiträge — was sie für Besserverdiener und Geschäftsführer attraktiv macht. Aber: Die Einstandspflicht des Arbeitgebers ist höher, die Verwaltung komplexer. Für kleine Unternehmen eher selten sinnvoll.

5. Pensionszusage (Direktzusage)

Die Pensionszusage vs Direktversicherung-Frage ist besonders für bAV GmbH Geschäftsführer relevant. Bei der Pensionszusage verpflichtet sich die GmbH direkt, dem Geschäftsführer im Alter eine Rente zu zahlen. Die Rückstellungen mindern den GmbH-Gewinn sofort. Beträge sind deutlich höher möglich als bei der Direktversicherung. Details findest du in meinem separaten Artikel zur Pensionszusage als GmbH-Geschäftsführer.

Für kleine Unternehmen mit Angestellten ist die Direktversicherung der einfachste und kostengünstigste Weg. Für GmbH-Geschäftsführer ist die Pensionszusage oft der stärkere Steuerhebel — aber komplexer.
Katharina Vranic
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Arbeitgeberzuschuss berechnen: So viel musst du wirklich zahlen

Der Arbeitgeberzuschuss berechnen ist einfacher als gedacht. Die Formel:

Pflichtzuschuss = Umwandlungsbetrag x 15 %

Aber: Viele Arbeitgeber zahlen freiwillig mehr — weil es sich lohnt und die bAV Mitarbeiterbindung stärkt. Typische Modelle:

Modell 1: Nur Pflichtzuschuss (15 %)

Der Mitarbeiter wandelt 200 Euro um, du zahlst 30 Euro dazu. Gesamt: 230 Euro/Monat in die bAV. Deine echten Kosten nach SV-Ersparnis: ca. -10 Euro (du sparst sogar). Geeignet für: Pflichterfüllung, knappes Budget.

Modell 2: Matching (1:1 bis zur Obergrenze)

Der Mitarbeiter wandelt 200 Euro um, du matchst mit 200 Euro. Gesamt: 400 Euro/Monat. Deine echten bAV Kosten Arbeitgeber nach Steuer- und SV-Ersparnis: ca. 120 Euro/Monat (200 Euro Zuschuss minus 40 Euro SV-Ersparnis minus 40 Euro Steuerersparnis bei 30 % GmbH-Steuersatz). Geeignet für: bAV Mitarbeiterbindung, Recruiting.

Modell 3: bAV Opting-out Modell

Beim bAV Opting-out Modell werden alle Mitarbeiter automatisch in die bAV aufgenommen — sie müssen aktiv widersprechen, wenn sie nicht teilnehmen wollen. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz hat dieses Modell ausdrücklich ermöglicht. Erfahrungsgemäß steigt die Teilnahmequote von 20-30 % (bei freiwilliger Anmeldung) auf 80-90 % (bei Opting-out). Für dich als Arbeitgeber bedeutet das: mehr SV-Ersparnis, mehr Mitarbeiterbindung, minimaler Verwaltungsaufwand.

bAV als Steuervorteil für den Chef: So profitierst du selbst

Die bAV Steuervorteile Arbeitgeber gehen über die reine Pflichterfüllung hinaus:

Beiträge sind Betriebsausgaben

Jeder Euro, den du als Arbeitgeber in die bAV deiner Mitarbeiter einzahlst, ist voll als Betriebsausgabe absetzbar. Bei einer GmbH sparst du darauf rund 30 % Steuern. Wenn du 5 Mitarbeitern jeweils 200 Euro/Monat Arbeitgeberzuschuss zahlst, sind das 12.000 Euro/Jahr — und 3.600 Euro Steuerersparnis für die GmbH.

bAV Sozialversicherung sparen

Auf Entgeltumwandlungsbeiträge fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an — weder für den Arbeitnehmer noch für dich. Bei 200 Euro Entgeltumwandlung pro Mitarbeiter sparst du ca. 40-46 Euro AG-Anteil SV pro Monat und Mitarbeiter. Bei 10 Mitarbeitern: 4.800-5.520 Euro/Jahr.

bAV GmbH Geschäftsführer: Doppelter Vorteil

Als bAV GmbH Geschäftsführer kannst du selbst die bAV nutzen — sowohl über die Direktversicherung (bis zum bAV-Freibetrag 2026 von 8.112 Euro steuerfrei) als auch über eine Pensionszusage (deutlich höhere Beträge möglich). Die Pensionszusage vs Direktversicherung-Entscheidung hängt von deinem Alter, deiner verbleibenden Dienstzeit und der Gewinnlage der GmbH ab.

bAV Haftung Arbeitgeber: Worauf du achten musst

Die bAV Haftung Arbeitgeber ist ein oft unterschätztes Risiko. Bei der Direktversicherung trägst du das geringste Risiko — der Versicherer übernimmt die Leistungspflicht. Bei Pensionszusagen und Unterstützungskassen stehst du als Arbeitgeber in der Einstandspflicht. Wenn die Rückdeckungsversicherung nicht ausreicht oder der Pensionsfonds Verluste macht, musst du die Differenz aus eigener Tasche zahlen. Deshalb: Prüfe die bAV Haftung Arbeitgeber sorgfältig und wähle den Durchführungsweg passend zu deiner Risikobereitschaft.

Die bAV ist als Arbeitgeber nicht nur Pflicht, sondern ein echter Steuervorteil: Betriebsausgabenabzug, SV-Ersparnis und eigene Altersvorsorge als GF — alles in einem Instrument.

bAV als Recruiting-Tool: Warum Mitarbeiter danach fragen

In Zeiten des Fachkräftemangels ist die bAV ein immer wichtigeres Differenzierungsmerkmal. Studien zeigen: 56 % der Arbeitnehmer bewerten eine arbeitgeberfinanzierte bAV als "sehr wichtig" bei der Arbeitgeberwahl (Quelle: Willis Towers Watson, 2024). Besonders bei der Generation Y und Z, die sich zunehmend Sorgen um ihre Altersvorsorge macht, ist ein gutes bAV-Angebot ein starkes Recruiting-Argument.

Was Bewerber erwarten

Die Mindestanforderung ist der gesetzliche Pflichtzuschuss von 15 %. Damit hebst du dich nicht ab. Was Bewerber beeindruckt:

Arbeitgeberfinanzierter Grundbeitrag: Du zahlst z.B. 100 Euro/Monat in die bAV, unabhängig davon, ob der Mitarbeiter selbst umwandelt. Das ist ein echtes Gehaltsplus ohne Lohnnebenkosten.

Matching-Modell: Du verdoppelst den Eigenbeitrag des Mitarbeiters bis zu einer Obergrenze. Das motiviert zur Eigenvorsorge und signalisiert: "Wir investieren in eure Zukunft."

Transparenz: Erkläre die bAV im Bewerbungsgespräch aktiv. Viele Bewerber kennen die bAV nicht und schätzen Arbeitgeber, die das Thema proaktiv ansprechen.

bAV Portabilität: Was bei einem Arbeitgeberwechsel passiert

Die bAV Portabilität ist ein wichtiges Thema: Wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt, kann er seinen Direktversicherungsvertrag mitnehmen und privat weiterführen (beitragsfrei stellen oder selbst weiterzahlen). Bei Pensionszusagen und Unterstützungskassen ist die Portabilität eingeschränkter — hier muss oft ein Übertragungsabkommen geschlossen werden.

bAV für kleine Unternehmen: Lohnt sich das?

Ja, gerade für kleine Unternehmen lohnt sich die bAV — weil du als kleines Team jede Bindungswirkung brauchst, die du kriegen kannst. Der Verlust eines eingearbeiteten Mitarbeiters kostet dich leicht 6-12 Monatsgehälter an Recruiting, Einarbeitung und Produktivitätsverlust. Eine bAV, die 100-200 Euro/Monat AG-Zuschuss kostet, ist dagegen eine günstige Investition in Mitarbeiterbindung.

Wie du die Lohnnebenkosten insgesamt optimierst und was der Arbeitgeberanteil SV im Detail ausmacht, findest du in meinem Artikel zu den Lohnnebenkosten als Arbeitgeber 2026. Welche weiteren steuerfreien Extras du deinen Mitarbeitern anbieten kannst, beschreibe ich im Artikel zu steuerfreien Mitarbeiter-Benefits. Und als GmbH-Geschäftsführer solltest du unbedingt auch meinen Artikel zur Pensionszusage als GmbH-Geschäftsführer lesen.

Häufige Fragen

Muss ich als Arbeitgeber eine bAV anbieten?

Ja — seit 2019 haben Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung in eine betriebliche Altersvorsorge. Du als Arbeitgeber musst mindestens 15 Prozent Zuschuss leisten, wenn du durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge sparst.

Welcher Durchführungsweg ist für kleine Unternehmen am besten?

Für KMU ist die Direktversicherung der einfachste und häufigste Weg: Du schließt eine Versicherung auf das Leben des Arbeitnehmers ab, der Verwaltungsaufwand ist minimal und es entstehen keine bilanziellen Rückstellungspflichten.

Welche Steuervorteile hat die bAV für den Arbeitgeber?

Die Zuschüsse zur bAV sind als Betriebsausgaben absetzbar und auf den geförderten Beitrag fallen keine Sozialabgaben an. Bei konsequenter Nutzung sparst du als Arbeitgeber 15 bis 20 Prozent Sozialversicherungsbeiträge auf den umgewandelten Betrag.