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Du willst anfangen zu investieren, hast aber noch kein Depot? Dann stehst du vor einer Entscheidung, die sich die nächsten Jahre auf deine Kosten, deinen Komfort und deine Rendite auswirkt. Der Depot-Vergleich 2026 zeigt: Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind real — aber die meisten "Vergleiche" im Netz sind verkappte Affiliate-Seiten, die dir den Broker empfehlen, bei dem sie die höchste Provision kassieren.

Dieser Artikel ist anders. Kein Ranking mit einem "Testsieger", sondern ein ehrlicher Überblick: Welches Depot passt zu welcher Situation? Was kostet wirklich was? Und worauf musst du als Selbstständiger besonders achten — etwa bei der Frage, ob das Depot ins Privat- oder ins Betriebsvermögen gehört?

Wenn du ein Depot eröffnen willst und Anfänger bist, findest du hier alles, was du brauchst. Ohne Interessenkonflikte, ohne Affiliate-Links.

Neobroker vs. Direktbank vs. Filialbank: Was passt zu dir?

Bevor du einzelne Anbieter vergleichst, musst du verstehen, welcher Depot-Typ zu deinem Anlageverhalten passt. Denn die drei Kategorien unterscheiden sich fundamental — in Kosten, Service und Funktionsumfang.

Neobroker: Günstig, schnell, minimalistisch

Trade Republic, Scalable Capital, Finanzen.net Zero — die Neobroker haben den Markt in den letzten Jahren aufgemischt. Ihr Vorteil: extrem niedrige Kosten, oft keine Ordergebühren oder Pauschalpreise von 1 Euro pro Trade. Kostenlose Sparpläne sind Standard. Die Apps sind schlank, modern und für Smartphones optimiert.

Der Nachteil: Eingeschränkte Handelsplätze (oft nur ein einziger), weniger Produktauswahl bei exotischen Wertpapieren, und der Kundenservice ist bei Problemen manchmal schwer erreichbar. Für einen simplen ETF-Sparplan spielt das keine Rolle. Für komplexere Strategien kann es relevant werden.

Direktbanken: Der Mittelweg

ING, DKB, Consorsbank, comdirect — die Direktbanken bieten ein vollständiges Depot mit gutem Service, breiter Produktpalette und mehreren Handelsplätzen. Die Kosten liegen zwischen Neobroker und Filialbank: Depotgebühren sind in der Regel kostenlos, Ordergebühren liegen bei 4,90 bis 9,90 Euro pro Trade, kostenlose Sparplanaktionen gibt es regelmäßig.

Der Vorteil gegenüber Neobrokern: Du hast ein Girokonto, Tagesgeld und Depot aus einer Hand. Für Selbstständige, die ihre Finanzen möglichst einfach halten wollen, ist das ein echtes Plus.

Filialbanken: Teuer, aber mit persönlicher Betreuung

Sparkassen, Volksbanken, Deutsche Bank — Filialbanken bieten persönliche Beratung vor Ort. Dafür zahlst du aber deutlich: Depotgebühren von 20 bis 50 Euro pro Jahr, Ordergebühren von 10 bis 25 Euro pro Trade, und die "Beratung" ist oft Produktverkauf der hauseigenen Fonds mit 1,5 bis 2 % Verwaltungsgebühr.

Für ETF-Sparpläne und den eigenständigen Vermögensaufbau sind Filialbanken die schlechteste Wahl. Punkt.

Das beste Depot ist das, das dich am wenigsten kostet und das du tatsächlich nutzt. Für 90 % der Selbstständigen ist das ein Neobroker oder eine Direktbank.

Die Top-5-Depots für ETF-Sparpläne 2026 im Vergleich

Hier der konkrete Depot-Kosten-Vergleich der relevantesten Anbieter für Selbstständige, die primär ETF-Sparpläne und gelegentliche Einzelorders nutzen:

1. Trade Republic Depot

Depotführung: Kostenlos.
Ordergebühren: 1 Euro pro Trade.
ETF-Sparpläne: Über 2.100 Sparpläne, alle kostenlos.
Mindestrate Sparplan: 1 Euro.
Handelsplatz: LS Exchange (Lang & Schwarz).
Besonderheiten: Zinsen auf Guthaben (aktuell 2,75 % bis 50.000 Euro), kostenlose Karte, vollständig mobil.

Das Trade Republic Depot ist der Preis-Leistungs-Sieger für alle, die einen simplen ETF-Sparplan wollen und keine komplexen Ordertypen brauchen. Für ein ETF-Depot zum Vermögensaufbau gibt es kaum Günstigeres.

2. Scalable Capital Depot

Depotführung: Kostenlos (Free Broker) oder 4,99 Euro/Monat (PRIME+).
Ordergebühren: 0,99 Euro (Free) oder 0 Euro (PRIME+, ab 250 Euro Ordervolumen).
ETF-Sparpläne: Über 2.500 Sparpläne, alle kostenlos.
Mindestrate Sparplan: 1 Euro.
Handelsplatz: gettex, Xetra (gegen Aufpreis).
Besonderheiten: Desktop-App mit voller Funktionalität, Krypto-Trading möglich.

Das Scalable Capital Depot bietet mehr Komfort als Trade Republic — besonders am Desktop. Wer häufiger handelt, lohnt sich die PRIME+-Flatrate. Für reine Sparplan-Nutzer reicht der Free Broker.

3. ING Depot

Depotführung: Kostenlos.
Ordergebühren: 4,90 Euro + 0,25 % des Ordervolumens (min. 4,90, max. 69,90 Euro).
ETF-Sparpläne: Über 1.100 Sparpläne, alle kostenlos.
Mindestrate Sparplan: 1 Euro.
Handelsplätze: Alle deutschen Börsen + Direkthandel.
Besonderheiten: Vollbank mit Girokonto, Tagesgeld, Baufinanzierung. Solide App und Desktop-Plattform.

Das ING Depot ist die erste Wahl für Selbstständige, die alles aus einer Hand wollen. Die Ordergebühren sind höher als bei Neobrokern, aber für ETF-Sparpläne fallen keine Kosten an. Ideal, wenn du nur selten Einzelorders machst.

4. DKB Depot

Depotführung: Kostenlos.
Ordergebühren: 10 Euro flat (bis 10.000 Euro Ordervolumen).
ETF-Sparpläne: Über 1.900 Sparpläne, viele kostenlos oder ab 1,50 Euro.
Mindestrate Sparplan: 25 Euro.
Handelsplätze: Alle deutschen Börsen.
Besonderheiten: Starkes Girokonto, gute Kreditangebote, nachhaltiges Banking.

Das DKB Depot überzeugt mit fairen Konditionen und einem starken Gesamtpaket. Die Mindestrate von 25 Euro ist etwas höher als bei den Neobrokern, aber für die meisten Sparpläne irrelevant.

5. Consorsbank Depot

Depotführung: Kostenlos.
Ordergebühren: 4,95 Euro + 0,25 % (min. 9,95 Euro).
ETF-Sparpläne: Über 1.800 Sparpläne, davon viele kostenlos.
Mindestrate Sparplan: 10 Euro.
Handelsplätze: Alle deutschen Börsen + viele internationale.
Besonderheiten: Depot für Kinder (Junior-Depot) als einer der wenigen Anbieter verfügbar.

Das Consorsbank Depot ist besonders interessant, wenn du ein Gemeinschaftsdepot oder ein Depot für Kinder brauchst. Für reine ETF-Sparpläne sind Neobroker günstiger.

Katharina Vranic
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Kosten, die ins Geld gehen: Ordergebühren, Spread & versteckte Kosten

Beim Depotgebühren-Vergleich schauen die meisten nur auf die Ordergebühren. Dabei gibt es weitere Kostenfaktoren, die langfristig deutlich mehr ausmachen:

Spread: Die unsichtbare Gebühr

Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Bei Neobrokern mit nur einem Handelsplatz kann der Spread außerhalb der Xetra-Handelszeiten (9:00–17:30 Uhr) deutlich steigen. Bei einem ETF-Kauf von 1.000 Euro macht ein Spread von 0,3 % statt 0,05 % einen Unterschied von 2,50 Euro. Bei einem Sparplan, der zu fixen Zeiten ausgeführt wird, ist das weniger relevant. Bei Einzelorders achte darauf, innerhalb der Xetra-Handelszeiten zu kaufen.

Sparplan kostenlos: Ja, aber...

Alle genannten Anbieter bieten kostenlose Depot-Sparpläne an. Aber: "Kostenlos" bezieht sich auf die Ausführungsgebühr. Die ETF-Kosten (TER) zahlst du trotzdem. Bei einem MSCI-World-ETF mit 0,20 % TER auf 50.000 Euro sind das 100 Euro pro Jahr. Die Depotkosten sind also nur ein Teil des Bildes — die ETF-Auswahl ist mindestens genauso wichtig.

Depot-Übertrag: Kosten und Dauer

Ein Depot-Übertrag von einem Anbieter zum anderen ist in Deutschland kostenlos — das hat der BGH entschieden. In der Praxis kann ein Übertrag aber 2 bis 6 Wochen dauern, in denen du nicht handeln kannst. Plane also voraus. Die Depot-Eröffnungsdauer beim neuen Anbieter beträgt 1 bis 3 Tage (Neobroker) oder 3 bis 7 Tage (Direktbanken).

Die Kosten eines Depots entscheiden sich nicht bei der Depotgebühr — die ist fast überall null. Sie entscheiden sich beim Spread, bei der ETF-Auswahl und bei der Frage, ob du überhaupt investierst statt ewig zu vergleichen.

Depot als Selbstständiger: Privat- oder Betriebsvermögen?

Diese Frage bekomme ich regelmäßig: Soll ich mein Aktien Depot privat führen oder ins Betriebsvermögen legen? Die Antwort ist fast immer: privat.

Privatvermögen: Die bessere Wahl für die meisten

Im Privatvermögen zahlst du auf Kapitalerträge die Abgeltungsteuer: 25 % + Soli + ggf. Kirchensteuer, also effektiv rund 26,4 %. Der Sparerpauschbetrag befreit die ersten 1.000 Euro (2.000 Euro bei Verheirateten). Gewinne aus ETFs werden zudem teilfreigestellt — bei Aktienfonds bleiben 30 % der Erträge steuerfrei. Verluste werden im Verlusttopf des Brokers automatisch mit künftigen Gewinnen verrechnet; wechselst du den Broker, lässt du dir den Verlusttopf per Bescheinigung übertragen.

Außerdem: Depot-Steuern im Privatvermögen sind einfacher. Du bekommst eine Jahressteuerbescheinigung vom Broker, trägst die Zahlen in die Anlage KAP ein — fertig.

Betriebsvermögen: Nur in Ausnahmefällen sinnvoll

Im Betriebsvermögen werden Kapitalerträge als Betriebseinnahmen behandelt und mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert — bis zu 45 %. Dazu kommt Gewerbesteuer, falls du gewerblich tätig bist. Die Teilfreistellung greift zwar auch, aber der Steuersatz ist trotzdem deutlich höher. Betriebsvermögen lohnt sich nur, wenn du überschüssige Liquidität in der GmbH parken willst — dort gelten andere Regeln (Körperschaftsteuer von 15 %).

Depot-Sicherheit und Einlagensicherung

Eine wichtige Frage zur Depot-Sicherheit und Einlagensicherung: Deine Wertpapiere im Depot sind Sondervermögen. Das bedeutet, sie gehören dir — nicht der Bank. Selbst wenn der Broker pleitegeht, sind deine ETFs und Aktien sicher. Die Einlagensicherung (100.000 Euro) greift nur für Guthaben auf Verrechnungskonten, nicht für Wertpapiere. Wertpapiere brauchen keine Einlagensicherung, weil sie nicht zur Insolvenzmasse gehören.

Depot eröffnen: Schritt-für-Schritt in 10 Minuten

Ein Depot eröffnen als Anfänger ist 2026 einfacher als je zuvor. Hier der Ablauf bei den meisten Anbietern:

Schritt 1 — Anbieter wählen: Für einen simplen ETF-Sparplan: Trade Republic oder Scalable Capital. Für ein Depot mit Girokonto: ING oder DKB. Für ein Kinderdepot: Consorsbank.

Schritt 2 — Registrierung: Name, Adresse, Steuer-ID, Bankverbindung. Dauert 3 bis 5 Minuten.

Schritt 3 — Legitimation: Die Depot-Legitimation erfolgt per Video-Ident (5 Minuten, Ausweis bereithalten) oder eID (30 Sekunden, mit Personalausweis und NFC). Bei Trade Republic und Scalable Capital geht Video-Ident direkt über die App.

Schritt 4 — Verrechnungskonto einrichten: Wird automatisch erstellt. Überweise einen Startbetrag oder richte direkt den Sparplan ein.

Schritt 5 — Sparplan einrichten: ETF auswählen (z. B. Vanguard FTSE All-World, ISIN IE00BK5BQT80), Betrag festlegen, Ausführungstag wählen. Ab 1 Euro möglich, empfohlen ab 50 Euro.

Schritt 6 — Freistellungsauftrag: Nicht vergessen! Ohne Freistellungsauftrag zahlst du ab dem ersten Euro Kapitalertrag Steuern. 1.000 Euro Freibetrag nutzen.

Von der Entscheidung bis zum laufenden Depot-Sparplan vergehen bei Neobrokern im besten Fall 10 Minuten. Bei Direktbanken 1 bis 3 Tage wegen der Legitimation. Kein Grund, es weiter aufzuschieben.

Mein Fazit: Welches Depot für welche Situation?

Du willst einfach nur einen ETF-Sparplan: Trade Republic oder Scalable Capital. Kostenlos, schnell, unkompliziert. Beide Depots sind kostenlos, und du brauchst kein Depot kostenlos lange zu suchen — bei Neobrokern ist das Standard.

Du willst alles aus einer Hand (Konto + Depot): ING oder DKB. Etwas teurer bei Einzelorders, aber dafür eine Komplettlösung.

Du brauchst ein Kinderdepot oder Gemeinschaftsdepot: Consorsbank. Einer der wenigen Anbieter mit Junior-Depot.

Du tradest häufig oder brauchst internationale Börsen: Interactive Brokers oder Consorsbank. Für die meisten Selbstständigen im Vermögensaufbau aber irrelevant.

Das wichtigste beim Thema Depot eröffnen? Es tatsächlich zu tun. Nicht nächste Woche, nicht nach dem nächsten Vergleich, nicht wenn die Kurse "besser" stehen. Eröffne heute dein Depot, richte einen Sparplan ein, und lass die Zeit für dich arbeiten.

Wenn du dir unsicher bist, wie dein Depot in deine Geldanlage-Strategie als Selbstständige oder Selbstständiger passt — lass uns das kurz besprechen. Kein Verkaufsgespräch, keine Provision. Nur eine ehrliche Einschätzung, was für deine Situation Sinn macht.

Häufige Fragen

Welches Depot eignet sich am besten für Selbstständige?

Für ETF-Sparpläne eignen sich Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital mit 0 Euro Ordergebühr. Wer mehr Service möchte, ist bei klassischen Direktbanken wie ING oder Consorsbank gut aufgehoben. Entscheidend sind niedrige Kosten und ein breites ETF-Angebot.

Was kostet ein Depot?

Die meisten Online-Broker bieten kostenlose Depotführung. Kosten fallen vor allem bei Transaktionen an: Neobroker berechnen 0 bis 1 Euro pro Order, klassische Direktbanken 5 bis 10 Euro. Bei Sparplänen sind viele Broker komplett kostenlos.

Wie eröffne ich ein Depot als Selbstständige oder Selbstständiger?

Die Depoteröffnung funktioniert online in wenigen Minuten: Anbieter wählen, Anmeldeformular ausfüllen, Identität per Video-Ident oder Post-Ident verifizieren und Referenzkonto hinterlegen. Du kannst sofort loslegen — der gesamte Prozess dauert meist unter einer Stunde.